Notfall-Warn-Apps

Wie wird man heutzutage über mögliche Gefahren informiert, wenn Warnsirenen oder Lautsprecher quasi nicht mehr existent sind? Wie groß ist die Chance, dass man gerade vor dem Fernseher sitzt oder Radio hört, wenn ein Notfall passiert?
Was hat man aber immer dabei?
Klar … sein Smartphone. Deswegen stelle ich drei Apps vor, die dich über aktuelle Gefahren, Notlagen, Katastrophen u.ä. informieren.

Alle Apps verstehen sich als Ergänzungen zu vorhandenen Warnmitteln, wie Sirenen, Radio und TV.
Die Apps nutzen die aktuellen Standortdaten der Nutzer und informieren über etwaige Gefahren im aktuellen Aufenthaltsbereich und geben auch gleich Tipps und Hinweise zum richtigen Verhalten.

Nina

Nina ist die App vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Man kann hier verschiedene Orte eintragen zu denen man Meldungen haben möchte. Damit kann man nicht nur Meldungen zum eigenen Wohnort erhalten sondern auch für den Wohnort von Verwandten oder Freunden. Allerdings nur in Deutschland.

Die Meldungen kommen vom MoWas (Modulares Warnsystem). Hier gibt’s mehr Infos dazu.
Die Bedienung ist sehr simpel und intuitiv.

Von dieser App erhalte ich die wenigsten Meldungen. Zur Nützlichkeit kann ich daher nicht viel sagen.
Schön sind jedoch die Notfalltipps zu allen möglichen Themen. Diese reichen von Hochwasser, über Stromausfall bis hin zu Checklisten für den Vorrat u.ä..

Ich finde die App sehr gut gemacht aber viel mehr lässt sich über diese App tatsächlich nicht sagen, da sie wirklich sehr simpel gemacht ist und sie nur sehr einfache Funktionen hat.

Nina speichert keine personenbezogenen Daten, wertet diese aus oder gibt sie in irgendeiner Form weiter. Allerdings nutzt Nina Google Analytics, die anonymisierte Nutzungsstatistiken erfassen.
Die Nutzung durch Google Analytics kann (und sollte) man aber in der App deaktivieren.
Das kann man direkt und einfach in den Einstellungen machen.

https://www.bbk.bund.de/DE/NINA/Warn-App_NINA.html

Katwarn

Katwarn wurde vom Frauenhofer-Institut im Auftrag der öffentlichen Versicherer Deutschlands und der CombiRisk GmbH entwickelt. Es wird dem Bund, Bundesländern, Landkreisen etc. zur Nutzung angeboten.
Was das genau bedeutet findet sich in der Katwarn Broschüre. Hier stehen sogar die genauen Kosten für die Gebietskörperschaften.

Beim Start zeigt die App direkt eine Karte mit dem eigenen Standort an und ob Warnungen vorliegen oder nicht.
Der Standort wird hier in Echtzeit ermittelt. Diese Ermittlung nennt sich hier Schutzengel und aktiviert oder deaktiviert werden.
Auch wenn man dann dauerhaft den Standort übermittelt, habe ich diese Funktion immer eingeschaltet, da jedes Smartphone sowieso den eigenen Standort an die Behörden übermittelt, wenn die das wollen.

Wie auch bei Nina kann man mehrere Standorte hinterlegen, die mit einem Swipe nach links ansehen kann.
Viel mehr als den Standort anzeigen und sich warnen lassen macht diese App nicht. Braucht sie aber auch nicht.

Die Warnungen (bis jetzt ging es meistens um Unwetter) sind immer hochaktuell, d.h. ich bekomme locker eine Stunde im Voraus eine Warnung zu etwaigen Unwettern und weißen auch immer gleich auf die richtigen Verhaltensweisen hin.

Laut der Datenschutzerklärung werden keine personenbezogenen Daten gespeichert, Cookies genutzt oder andere Marktforschungsdaten erhoben.
Beim Erststart der App wird ein anonymes Kennzeichen (App-ID) erzeugt. Dies ist notwendig für die ortsbezogenen Daten, die verarbeitet werden.
Die Datenschutzerklärung ist nur eine Seite lang und ist nicht in juristen-deutsch geschrieben. Die kann (und sollte) sich also jeder mal durchlesen, der die App nutzen möchte.

https://www.katwarn.de/

Biwapp

Die Bürger Info & Warn App kurz Biwapp wurde von der Marktplatz GmbH entwickelt. Eine Agentur die sich auf Web und App Entwicklung für den kommunalen Bedarf spezialisiert hat.
Hier steckt also eine Firma mit mutmaßlichen Eigeninteressen dahinter. Warum diese Firma die App entwickelt hat und was sie davon hat, habe ich per Email angefragt. Sobald ich eine Antworte erhalte, werde ich das in diesem Beitrag mitteilen.

Die App selbst und auch die Website sehen sehr modern aus und sind auch sehr intuitiv aufgebaut.

Wie bei Katwarn auch erscheinen die Meldungen sehr zeitnah und immer aktuell.
Allerdings hatte ich auch schon mal Warnungen für Orte, die nicht mal annähernd an meinem Wohnort sind.
Selbstverständlich kann man auch hier wieder mehrere Orte hinterlegen. Die Funktion der Echtzeitortung nennt sich hier “Mein Wächter“ und kann, ebenso wie bei Katwarn, aktiviert oder deaktiviert werden.

Was mir sehr gut gefällt ist der Punkt “Notruf“. Hier sind man nicht nur die aktuelle Adresse (bis auf wenige Meter Abweichung) sowie auch die GPS Koordinaten.
Aus der App heraus kann man dann direkt die Feuerwehr oder die Polizei verständigen, die dann durch die App die aktuelle Position erhalten.

Bei “Informationen“ wird die aktuelle Hochwasserlage angezeigt. Diese Funktion brauche ich selbst nicht, da Berlin kein Hochwassergebiet ist. Für andere Nutzer mag das aber ganz praktisch sein.

Biwapp gibt an keine Daten zu speichern oder zu verarbeiten, außer denen, die für die Zustellung der Push-Benachrichtigungen benötigt werden.

Eine Weitergaben an Dritte erfolgt, nach Angaben von Biwapp, zu keinem Zeitpunkt.

 

Fazit:

Alle Apps erfüllen ihren Zweck und tun was sie sollen. Die meisten Funktionen und die beste Optik hat für mich Biwapp. Natürlich muss jeder selbst entscheiden inwiefern man den Datenschutzerklärungen glauben will und seinen Standort ständig an jemand anderen übermitteln will.

Ich persönlich habe alle drei Apps auf meinem Smartphone und werde das auch weiterhin tun.

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