Sinn und Unsinn von Tarnkleidung

Wenn man irgendwo in den Medien was über Prepper sieht oder liest sind da immer auch die Stereotypen abgebildet, die in voller Tarnausrüstung durch den Wals robben.
Aber macht es wirklich Sinn sich Tarnkleidung zuzulegen oder fällt man damit nicht erst recht als “Spinner” auf?!

Sinn von Tarnkleidung

Tarnkleidung soll den Träger möglichst unsichtbar, bzw. schwer zu entdecken machen. Klar!
Im Krieg macht so etwas auf jeden Fall sinn. Schon eine Sekunde später entdeckt zu werden, kann schon reichen um einen Vorteil gegenüber dem Feind zu haben.

Bei der Jagd kann es ebenfalls von Vorteil sein, wenn man sich der Umgebung anpasst. Dem Tier fällt es dann schwerer den Jäger zu entdecken.
ABER! Man sollte dabei nicht vergessen, dass Witterung, Geräusche und Bewegung weit wichtigere Faktoren in der Wahrnehmung der Tiere sind.
Das bedeutet, dass man z.B. auch mit der besten Tarnung das Wild bei falschem Wind oder irgendwelchem geklapper aufschrecken kann.
Die beste Tarnung nützt auch nichts, wenn dem Wild Gesicht oder Hände im blendenden Weiß, die verchromte Waffe im Mondlicht oder der Leuchtpunkt entgegen strahlen.

Unsinn von Tarnkleidung

Tarnkleidung bei einem Crash o.ä. zu nutzen macht in den meisten Fällen wenig Sinn.
In den meisten deutschen Wäldern, die in städtischer Umgebung sind, wird nach kurzer Zeit kaum noch was zu jagen sein, da wahrscheinlich viele Menschen durch die Wälder streifen und damit das Wild verjagen.

Will man sich innerhalb der Stadt Nahrung besorgen, z.B. beim plündern eines Supermarktes (natürlich kann ich hiervon nur abraten, da dies eine Straftat darstellt) fällt man mit einem Flecktarnmuster wesentlich mehr auf als mit Jeans oder schwarzer Kleidung.

Möglicherweise zieht man gerade durch Tarnkleidung die Aufmerksamkeit auf sich. Denn wenn jemand in einem Krisenfall in voller Tarnmontur gesehen wird, dann kann man davon ausgehen, dass dieser Mensch vorbereitet ist und es möglicherweise bei ihm was zu holen gibt.

Wenn es vielleicht sogar zu einem Krieg kommt und deine Wohngegend von feindlichen Streitkräften besetzt ist, dann könnten diese dich in deiner Tarnkleidung sehr leicht mit einem feindlichen Kombatanten verwechseln. Das will man ganz sicher nicht.

Fazit

Tarnkleidung macht meiner Meinung nach nur Sinn, wenn man entweder Jäger ist (nicht sich für einen hält) oder Soldat ist.
Für den “normalen” Prepper sehe ich keine Sinnvolle Verwendung von Tarnkleidung.
Spar das Geld lieber und kaufe dafür qualitativ hochwertige Outdoorausrüstung oder Vorräte.

One Comment on “Sinn und Unsinn von Tarnkleidung

  1. Nun ja……

    Tarnkleidung ist nicht wirklich nützlich, ausser man will die Zeit im Wald draussen absitzen.
    das aber ist eher nur im Sommer zu empfehlen.
    Ich hab in der Armee mal bei -20° in den Bergen draussen übernachtet….. das lehrt einem vieles.

    Was aber sehr nützlich ist, dass ist eine Ghillie-Decke.
    Also kein Ghillie-Suit, sondern eine Ghillie Decke von vielleicht 1 x 1.5 – 2m Grösse.

    Wer sich auf Krisen vorbereitet, der muss ausweichen können.
    Und das dürfte immer nötig sein, ausser wenn man 18 Jahre alt und extrem Fit ist und Jahrelang schon Paintball spielte….(((-:
    Wer nicht so fit und älter ist, der sollte sich sofort und schnell tarnen können.
    Zudem, muss man aus einer kritischen Situation flüchten, kann man gut unter der Decke mal 5 Minuten ausruhen….. und das kann dann eine wahre Wohltat sein.
    Büsche und Bäume gibt’s überall, man kann sich so in passender Umgebung unter die Decke verkriechen.
    Das geht viel schneller wie den Ghillie-Anzug überzuwerfen und wenn 2 Minuten später die Situation ändert, nur die Decke greiffen und weiter geht’s.
    Schnelligkeit ist extrem nützlich.
    Ist man in einem Gebiet unterwegs wo man Bewaffnete antrifft, kann ein “unsichtbar” werden so blitzartig erfolgen.

    Ich war in der Armee…… ich habs geübt.
    Diese Ghillie-Decke sollte aus synthetischem Material bestehen, sonst saugt sie Nässe auf und wird sehr schwer.

    Also eine Decke mit vielen Schlaufen, kann man auch selber anfertigen, oder auch ein Tarnnetz als Grundlage nehmen und allerhand Material sammeln was sich als Streifen, in Büscheln, Fäden, als Putzfäden in die Schlaufen knüpfen lässt.
    Ortsübliche Farben nehmen und so unregelmässig einarbeiten damit die “Konturen” aufgelöst werden.

    Wers teuer machen kann, der sollte sich eine Wärmebildoptik zulegen, denn anders als mit Restlichtverstärker kann man die auch am Tag benutzen.
    Restlichtverstärker sind in Städten und dort wo es überall irgendwelche Lichtquellen gibt, schlecht einsetzbar, alles blendet.
    Mit Wärmebild kann man sich alles betrachten und überall wo sich Wärme zeigt genau hinsehen.
    Das kann auch im Wald des Nachts ungeheuer hilfreich sein.

    Generell sollten Prepper nie Nachts unterwegs sein, das ist extrem gefährlich.
    Hat man aber eine Wärmebildoptik…… kann es zu einem Vorteil werden.
    Mann kann die Ghillie-Decke mit Blasen-Verpackungsmaterial mehrschichtig machen, dann hilft sie auch gegen Wärmebildsensoren…. wird aber natürlich auch viel voluminöser.

    Wer ein Gewehr sei eigen nennen darf und eine Wärmebildoptik drauf hat, der ist den 99% anderen überlegen, der kann sich wehren und muss nicht flüchten.

    Wärmebild-Beobachtungsoptiken sind schon ab einigen Hundert Euros zu finden…. reichen dann aber natürlich weniger weit.

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