Unter dem Radar 2 – Kameraüberwachung – kann man sie umgehen?

An Tankstellen, Banken, Supermärkte, selbst in Nachbars Garten finden sich mittlerweile Überwachungskameras. Sie sollen vor Verbrechen schützen und im Nachhinein bei der Aufklärung helfen. Es braucht aber nicht viel um damit auch die Bevölkerung zu überwachen.
Wer ist wann wo und warum? Was macht er oder sie und mit wem? All das kann heute schon leicht aufgezeichnet und von Software analysiert werden. Die Systeme müssten nur noch flächendeckend installiert werden.
Kann man etwas gegen diese Kameraüberwachung tun oder sich dagegen schützen?

Noch haben wir keine Verhältnisse wie in China oder England aber der Willen der Politik, solche Überwachungssysteme zu installieren, ist ganz bestimmt da.
An einem großen Berliner Bahnhof wurde bereits ein System zur Gesichtserkennung getestet. Hier könnt ihr mehr drüber lesen.

Wie kann man sich schützen?

Falls die Kamera des Nachbarn in den eigenen Garten, auf deine Eingangstür oder auch nur den öffentlichen Gehweg filmt, ist es relativ einfach dagegen vorzugehen.
In einem Urteil des Bundesgerichtshofes aus dem März 2010 wurde bestätigt, dass eine  Videoüberwachung in das allgemeine Persönlichkeitsrecht beziehungsweise in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung eingreift. Das heißt: Eine Person muss selbst entscheiden können, ob sie im Garten, Hausflur oder auf dem Gehweg gefilmt wird.
Du kannst hier auf Unterlassung klagen.

Bei Mietshäusern ist die Lage komplizierter. Hier müssen alle Mieter der Überwachung von Flur oder Hinterhof zustimmen.
Außerdem muss eine eindeutige Gefahrenlage bestehen.
Denn Paragraph 6b des Bundesdatenschutzgesetzes zufolge ist es nur erlaubt, öffentlich zugängliche Räume zu überwachen, wenn es „berechtigte Interessen“ sowie „konkret festgelegte Ziele“ gibt. Werden häufig Fahrräder geklaut oder die Wände beschmiert, kann der Schutz des Eigentums schwerer wiegen als die Verletzung der Persönlichkeitsrechte. So hatte das Amtsgericht München in einem Fall das Anbringen einer Kamera an einem Mietshaus erlaubt, nachdem dort eine Fensterscheibe eingeschlagen worden war (Az.: 191 C 23903/14).
Der Einzelfall entscheidet.

Im (mehr oder weniger) privaten Umfeld kannst du also (noch) mit „rechtsstaatlichen Mitteln“ gegen die Überwachung vorgehen.
Ganz anders siehts aber im öffentlichen Raum aus. Jeder Supermarkt ist voll mit Kameras. Genauso wie Bahnhöfe, Tankstellen, Einkaufszentren etc.

Die meisten Menschen werden nicht die Möglichkeit haben diese Orte zu meiden. Wenn du versuchst, dich von den Kameras fernzuhalten, kann genau dieses auffällige Verhalten dich auf die Beobachtungsliste setzen.
Es gibt bereits Software die nach „auffälligem Verhalten“ suchen. Wie dieses Verhalten genau definiert ist, verraten die Softwarehersteller natürlich nicht.

Leider ist es unmöglich die Überwachung vollständig zu vermeiden. Man kann die omnipräsenten Überwachungssysteme nicht mehr länger mit Masken, Brillen oder speziellem Make-Up austricksen; moderne Systeme verlassen sich nicht nur auf Gesichtserkennung, sondern auch auf die Analyse Ihres Laufstils, Ihres Verhaltens und sogar Ihrer Stimmung.
Allerdings muss hierbei schon speziell nach einer bestimmten Person gesucht werden.

Um die meisten Systeme auszutricksen reichen noch immer die gute alte Sonnenbrille und der Kapuzenpullover.

Aber nur darauf musst du dich nicht beschränken. In Japan wurde eine Brille entwickelt, die das Licht reflektiert und den Bereich um die Augen viel heller erscheinen lässt. Dadurch werden Überwachungssysteme ausgetrickst und du bist für die Software nicht mehr zu identifizieren.

Allerdings ist die Optik doch recht auffallend und Menschen werden sich daran erinnern, dass sie dich damit gesehen haben.

Auch die Textilbranche bietet Möglichkeiten für die Verbesserung der Privatsphäre. Wenn du dein Gesicht aus den Kamerabildern löschen möchtest, ziehe einfach einen Flashback Photobomber Hoodie an. Dessen Stoff ist mit einer riesigen Menge von Nano-Glaskügelchen bedeckt, die Fotoblitze reflektieren. Das reflektierte Licht übersteuert den Bildsensor der Kamera und das Gesicht wird auf dem Foto komplett dunkel.

https://twitter.com/DotTech/status/573571748924424194/photo/1

Fazit:
Wirklichen Schutz vor Überwachung gibt es leider nicht.
Es hilft hier nur vermeiden wo es geht und da wo es nicht geht, Sonnenbrille und Mütze oder Kapuze.

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