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Erfrierungen und Unterkühlung

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Erfrierung und einer Unterkühlung und was kann man machen um vorzubeugen und nachzusorgen?
Diese beantworte ich dir in diesem Artikel.

Erfrierung / Unterkühlung – der Unterschied
Der große Unterschied zwischen einer Erfrierung und einer Unterkühlung liegt darin, dass bei einer Erfrierung einzelne Körperteile (z.B. Nase, Ohren, Zehen, Hände etc.) betroffen sind. Im Gegensatz dazu, ist bei einer Unterkühlung, auch Hypothermie genannt, der gesamten Körper betroffen, da die Körpertemperatur unter 35 Grad Celsius sinkt und somit lebensbedrohlich wird.

Erfrierung

Vor allem jetzt in der kalten Jahreszeit bei Eis, Schnee und Wind, sowie der andauernden Berichterstattung in der Presse fragen sich wahrscheinlich viele, wie Erfrierungen zustande kommen.

Durch den Windchill-Effekt besteht schon bei geringen Minusgraden, die Gefahr von Erfrierungen, sofern man sich nicht gut gegen die Kälte schützt.
Achtung: Dieser Windchill Effekt kann auch bei rasanten Skiabfahrten durch den Fahrtwind entstehen.
Selbstverständlich hat jeder Mensch ein unterschiedliches Kälteempfinden. Was für den Einen noch erträglich ist, kann für den Anderen schon gefährlich sein.
Den Kälteschutzangaben auf Bekleidung darf man auch nicht blind vertrauen.
Messungen werden oft durch spezielle Methodik beschönigt oder schlichtweg bei Billigprodukten gefälscht.

Wie entstehen Erfrierungen?

Eine Erfrierung ist eine Schutzreaktion des Körpers!
Um die Körpermitte mit den lebenswichtigen Organen zu schützen, stellt der Körper die Blutversorgung von weniger wichtigen Körperteilen ein, wodurch es zur Auskühlung dieser Körperteile kommt.

Der Grund, warum der Körper die Durchblutung einstellt liegt darin, dass das warme Blut in der Peripherie schneller abkühlt und somit eine Auskühlung der Körpermitte begünstigt wird.
Eine weitere Folge dieser Schutzfunktion ist, dass es zu einer Membranpermeabilität kommt, dies bedeutet vereinfacht, dass die Blutgefäße für Flüssigkeiten durchlässiger werden, wodurch Ödeme entstehen können.

Erste Anzeichen für eine Erfrierung:

Quelle: Wikipedia

Als erstes Anzeichen einer drohenden bzw. einer bereits eingetretenen Erfrierung 1. Grades ist es, wenn die Haut zu schmerzen aufhört (gefühllos wird) und sich weiß-bläulich zu verfärben beginnt. Spätestens hier ist akuter Handlungsbedarf innerhalb kürzester Zeit notwendig, denn jeder weitere Fortschritt hat erhebliche Folgen!

Die 4 Erfrierungsgrade

Erfrierungen 1. Grades

  • weiß-bläuliche Hautfärbung
  • Haut wird beim Erwärmen rot und schmerzt leicht
  • keine Folgeschäden (es ist nur die Oberhaut betroffen)Erfrierungen 2. Grades
  • blau-rote Hautfärbung
  • beim Aufwärmen der Haut bilden sich Blasen (“Frostbeulen”) – diese NICHT aufstechen!
  • auch nach einer erfolgten Aufwärmung können sich Blasen bilden – diese NICHT aufstechen!
  • die Haut kann unter Umständen noch narbenfrei heilenErfrierungen 3. Grades
  • blass-bläuliche Hautfärbung (stellenweise schwarz)
  • Teile der Haut sterben ab
  • es bilden sich mit Blut gefüllte Blasen
  • Zerstörung der Nerven (dadurch ist die Haut schmerzfrei)
  • Aufwärmen bietet keine Hilfe mehrErfrierungen 4. Grades(“Vereisung“)
  • blass-schwarze Hautfärbung
  • Teile der Haut, Muskeln, Knochen etc. sterben ab (Körperteile können “Abbrechen”)
  • das Gewebe wird total zerstört

 

Wodurch werden Erfrierungen begünstigt?

  • enge Bekleidung oder Stiefel – sie vermindern die Blutzirkulation
  • bei Verlust von Bekleidung z.B. Handschuhe (Handschuhe daher immer extra befestigen)
  • Windchill Effekt
  • Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff durch Bluteindickung aufgrund Flüssigkeitsmangels
  • Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff aufgrund Höhensituation aufgrund von Durchblutungsstörungen jeglicher Art
  • Ohrringe, Piercings und Ringe – Metall kühlt schneller ab
  • Blutverlust
  • Erschöpfung und Schlafmangel begünstigen die Kälteempfindlichkeit
  • Schwitzen vermeiden bzw. verschwitzte Bekleidung so rasch wie möglich wechseln
  • durchnässte Bekleidung
  • Alkoholkonsum (Anm.: Alkohol erweitert die Blutgefäße, wodurch mehr Blut zu den kühleren Regionen des Körpers gelangt und dadurch der Körper immer weiter abkühlt, bis es zu einer Unterkühlung kommen kann)

 

Vorbeugen

  • bei Autofahrten sollte man immer Decken mitführen – man weiß nie wann man, wie lange im Stau steht (im Notfall sollte sich im Erste Hilfe Kasten eine Rettungsdecke befinden – diese kann abhilfe schaffen)
  • regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme (am Besten einen leichtgesüßten Tee – alkoholfrei!)
  • Kopfbedeckung verwenden – der Körper verliert über den ungeschützen Kopf bis zu 40% Wärme!
  • die Ohren ebenfalls durch die Kopfbedeckung schützen
  • Fäustlinge wärmen die Finger besser als Handschuhe
  • bei Märschen eine windgeschützte Route bevorzugen
  • ausreichende Bekleidung zum Wechseln mitführen
  • gegenseitige Kontrolle, um erste Anzeichen einer Erfrierung schneller zu erkennen
  • vorbeugend kurze Aufenthalte in der kalten Umgebung um den Körper einzustellen

 

Verhalten bei Erfrierungen

  • vorsichtig nasse und abgekühlte Bekleidung entfernen
  • Betroffene vor weiterer Kälteeinwirkung schützen
  • betroffenen Körperteil durch die eigene Körperwärme aufwärmen (den gesamten Körper in z.B. Decken hüllen)
  • steril abdecken
  • nicht zu fest verbinden
  • Hände unter die Achseln bzw. zwischen die Oberschenkel geben
  • warme, leicht gesüßte Getränke verabreichen
  • Behandlung einer eventuell parallel verlaufenden Unterkühlung
  • Schmerzbehandlung

– KEIN Aufwärmen der betroffenen Stelle durch Reibung
– KEIN Aufwärmen der betroffenen Stelle mit heißem Wasser
– KEIN Einreiben mit Schnee

Schlusswort

Abschließend kann man sagen, dass Erfrierungen durch einfache Verhaltensregeln verhindert werden können. Eine Fehleinschätzung wie z.B. durch die Meinung ich brauche keine Kopfbedeckung, kann schmerzliche Folgen haben.

Ich möchte ich dir noch einen Tipp mit auf den Weg geben:
Beim Ausatmen kühlt durch die Verdunstung die Umgebung rund um die Nase bzw. den Mund ab, dadurch kann es zu Erfrierungen kommen. Dies wird vor allem dadurch begünstigt, dass man sich z.B. einen Schal um Nase und Mund bindet und sich durch Kondensation eine feuchte Stelle direkt an der Nasenspitze bildet. Kühle Temperaturen, in Verbindung mit einem leichten Wind, erledigen dann den Rest.

Anmerkung: Für die durch die Anwendung der angeführten Themen und Anleitungen, entstandenen Sachschäden, Schäden an Lebewesen sowohl den Anwender als auch Dritte betreffend, wird keine Haftung übernommen. Der angeführte Spezialbericht erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.

 

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